BLLV-Pressemeldung: Grund- und Förderschulen brauchen mehr Personal
Geschrieben von: Florian
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Der Freistaat Bayern hÀlt mit Personalpolitik im Förderschulbereich die rote Laterne / BLLV-Fachgruppenleiter und BLLV-PrÀsident fordern Reformen
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MĂŒnchen – Im Grund- und Förderschulbereich sind krĂ€ftige Investitionen nötig: âWas die personelle Ausstattung von Förderschulen mit Lehr- und FachkrĂ€ften betrifft, hĂ€lt der Freistaat Bayern die Rote Laterne. In keinem anderen Bundesland mĂŒssen die Förderschulen mit so wenig Personal zurechtkommenâ, kritisierten BLLV-PrĂ€sident Klaus Wenzel und der Leiter der Fachgruppe Förderschulen im BLLV, Frank TollkĂŒhn heute in MĂŒnchen. Damit sei die auch vom Kultusministerium und von der âProjektgruppe Förderschulenâ der CSU-Landtagsfraktion angestrebte individuelle Förderung nicht zu erreichen. Beide forderten deutlich mehr personelle UnterstĂŒtzung fĂŒr Kinder mit Förderbedarf oder Behinderung. Relativ viele Kolleginnen und Kollegen wĂŒrden zudem mit ZeitvertrĂ€gen abgespeist – was sich ĂŒberaus negativ auf die ArbeitsatmosphĂ€re an den Einrichtungen auswirke. Die von den fĂŒnf Landtagsfraktionen gewĂŒnschte Inklusion könne nur gelingen, wenn mehr Personal zur VerfĂŒgung gestellt werde, allen Schularten voran den Grund- und Förderschulen.
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Der PersonalschlĂŒssel an Förderschulen spricht fĂŒr sich: Derzeit kommen auf einen Lehrer 7,6 SchĂŒler. âDas reicht nicht ausâ sagte TollkĂŒhn, âdamit sind wir auf Platz 16 im BundeslĂ€ndervergleich und gerade Kinder, die Förderschulen besuchen, brauchen beste UnterstĂŒtzung, viel Zuwendung und individuelle Förderung.â
Neben deutlich mehr Personal forderte er auch die Umwandlung von ZeitvertrĂ€gen in feste ArbeitsverhĂ€ltnisse: âDerzeit gibt es zu viele BeschĂ€ftigte mit befristeten ZeitvertrĂ€gen an den Förderschulen.â Das habe Auswirkungen auf die tĂ€gliche Arbeit und die AtmosphĂ€re in den Einrichtungen, denn ZeitvertrĂ€ge lösten immer Unsicherheit, Zukunftssorgen und Angst vor Entlassung und Arbeitslosigkeit aus. âWer nicht weiĂ, wie sich sein ArbeitsverhĂ€ltnis in Zukunft gestalten wird, ist weniger motiviert und denkt weniger in langfristig angelegten pĂ€dagogischen Konzepten. Letztlich leiden die FörderschĂŒler unter dieser Personalpolitik, denn fĂŒr sie sind konstante Ansprechpartner, denen sie vertrauen und die sie kennen, sehr wichtig. Wir brauchen viele hoch motivierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.â
Der BLLV -Experte bemĂ€ngelte auch GrundsĂ€tzliches: âAn vielen Förderschulen in Bayern sind nicht einmal die einfachsten Voraussetzungen gewĂ€hrleistet.â So fehlten beispielsweise vielfach die rĂ€umlichen Voraussetzungen fĂŒr eine optimale Förderung, die SchĂŒlerzahlen pro Klasse sind im BundeslĂ€ndervergleich sehr hoch und die knappe Personaldecke ermöglicht nur ein eingeschrĂ€nktes Angebot an zusĂ€tzlichen DifferenzierungsmaĂnahmen in Kleingruppen. âWenn darĂŒber hinaus noch ein Kollege ausfĂ€llt, ist die Zahl der Mobilen Reserven, mit 196 Sonderschullehrern, seit Jahren zu niedrigâ, so TollkĂŒhn.
TollkĂŒhn und Wenzel wiesen darauf hin, dass auch die Umsetzung der UN-Konvention fĂŒr die Rechte von Menschen mit Behinderung krĂ€ftige Investitionen erfordere: âWer die Idee ernst nimmt, muss fĂŒr kleine Klassen, ĂŒberschaubare Gruppen, genĂŒgend Fachpersonal und ein schlĂŒssiges Förderkonzepte sorgen – das betrifft neben den Förderschulen auch die anderen Schularten, allen voran die Grundschule.â
Auch bei den Mobilen SonderpĂ€dagogischen Diensten herrscht der Mangel: Die PĂ€dagogen fördern gezielt SchĂŒler mit sonderpĂ€dagogischem Förderbedarf in allgemeinen Schulen, diagnostizieren, beraten, koordinieren die FördermaĂnahmen und sollen Fortbildungen an allgemeinen Schulen anbieten. âDerzeit stehen fĂŒr diese umfangreichen Aufgaben nur knapp 570 Planstellen zur VerfĂŒgung, obwohl der Bedarf und die Nachfrage in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen sindâ, so TollkĂŒhn. Der Bildungsbericht Bayern 2009 rechne vor, dass – alle Jahrgangsstufen zusammengenommen – die wöchentlich fĂŒr Mobile Dienste aufgewendeten Stunden der LehrkrĂ€fte von 9.597 im Schuljahr 2003/2004 auf 13.568 im Schuljahr 2007/2008 angestiegen seien. Bei den Lehrerstunden sei die Zunahme aber geringer als bei den geförderten SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern; das bedeute, dass die je SchĂŒler aufgewendete Zeit im betrachteten Zeitraum abgenommen habe (Bildungsbericht Bayern 2009, Seite 15). TollkĂŒhn forderte daher zusĂ€tzliche Planstellen zum Ausbau der Mobilen Dienste: âWir brauchen mehr Zeit fĂŒr Diagnostik, Förderung, Kooperation und Beratung.â
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