Konzept

Warum sich die Imkerei hervorragend für das Konzept einer Schülerfirma eignet, soll im Folgenden kurz und knapp dargestellt werden.

Die Imkerei ist die einzige Tierhaltung, in der es noch möglich ist, sämtliche Schritte vom Beginn der Imkerei mit all seinen Investitionen in Güter und Verbrauchsmaterialien bis zur Verarbeitung, Veredelung, Vermarktung und dem Verkauf der Bienenprodukte genau und vor Ort zu beobachten, selbst zu planen und alle notwendigen Tätigkeiten selbst durchzuführen. Auf theoretischer Ebene erhalten die Schüler Einblick in die hochkomplexen Vorgänge im Bienenstaat und werden durch die große Bedeutung der Honigbiene im Ökosystem und ihrer heutigen Unfähigkeit, in Zeiten von Varroa-Milbe und rätselhaftem Bienensterben ohne den Menschen zu überleben, auch für den aktiven Naturschutz sensibilisiert. Die Aufgaben der Schülerfirma im praktischen Tätigkeitsbereich im Bienenjahr sind vielfältig und abwechslungsreich:

  • Wachsverarbeitung in der Vorweihnachtszeit (Kerzen gießen und rollen, Weihnachtsschmuck aus Wachs, Verzierungsarbeiten, Verkauf in Schule und auf Märkten)
  • Bauen der Rähmchen, Reinigung alter Rähmchen, Reparaturarbeiten an den Beuten
  • Pflege des Schulgartens gemeinsam mit der Schülerfirma GaLa (Anpflanzung geeigneter Pflanzen)
  • Bienenpflege (Frühjahrsdurchsicht, regelmäßige Völkerkontrolle, Auffütterung der Völker, Varroabekämpfung, Schwarmverhinderung im Frühsommer, Wabenhygiene, evtl. Ablegerbildung)
  • Das Highlight im Bienenjahr, die Honigernte (Wabenentnahme, Entdeckeln, Schleudern, Sieben, Abfüllen) und der Vertrieb und Verkauf des Honigs.

 

Dazu kommen betriebsorganisatorische Tätigkeiten, die auf weite Bereiche des Berufslebens vorbereiten können:

  • Gezielte Beschaffung von Verbrauchsmaterialien (Anbietersuche, Preisvergleich)
  • Konto- und Buchführung
  • Zusammenarbeit mit Partnern (Suche nach Sponsoren und örtlichen Verkaufsstellen, Kooperation mit „Berufskollegen“)
  • Personalverwaltung (Einstellungsgespräche, Arbeitsvertrag, Planung der Arbeitszeiten)
  • Einhaltung von Betriebsvorschriften (Sicherer Umgang mit Bienen, sicherer Umgang mit Werkzeugen, Lebensmittelkennzeichnung, Sicherheitsvorschriften…)

Einen weiteren nicht unwesentlichen Teil der Arbeit bereitet zudem die begleitende Dokumentation der Arbeit auf der Homepage, zu finden unter http://www.schulimkerei-paul.de. Wir entschieden uns für ein leicht zu pflegendes WordPress-System, für das jeder Mitarbeiter zu Beginn der Arbeit einen Account erhält. Mit diesem ist jeder Schulimker in der Lage, einfache Artikel auf der Internetseite zu veröffentlichen und Kommentare zu verfassen. Die Schüler erhalten damit einen Internetauftritt, mit dem sie sich identifizieren können und der sie und ihre Arbeit in der Öffentlichkeit repräsentiert. Zudem bietet die Seite dank dem flexiblen WordPress-System und unzählig vielen möglichen Erweiterungen je nach Bedarf weitere Möglichkeiten (Vertrieb des Honigs, Ausbau der Seiten, Bildergallerien usw.)

Auch wenn es zu Beginn kaum möglich sein wird, Gewinn zu erwirtschaften und man vor allem auf Sponsoren und Fördergelder angewiesen ist, lässt sich zusammenfassend feststellen, dass sämtliche Prozesse perfekt geeignet sind, um den Schülern Einblick in verschiedene Bereiche eines Betriebes zu ermöglichen und sämtliche Schritte von der Produktion, der Vermarktung und dem Verkauf selbst zu organisieren und durchzuführen. Die Schüler erleben sich selbst immer als handelnde Individuen, die sich gemeinsam in der Firma ausprobieren, ihre eigenen Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen können.