Folgen
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Bedarf nicht vorhanden?
Es stellt sich natĂŒrlich die Frage, warum die Einstellungspraxis so verlĂ€uft. Sind es einfach zu wenig Schulen und zu wenige SchĂŒlerInnen in Bayern und ist damit der Bedarf an teuer ausgebildeten SonderpĂ€dagogInnen nicht mehr gegeben? Mitnichten. Jede SonderpĂ€dagogIn bekommt einen Job, es werden alle gebraucht, keine SonderpĂ€dagogIn bleibt in Bayern arbeitslos. Zu jedem Schuljahr muss im Förderschulwesen auf die Warteliste fĂŒr Grund- und HauptschullehrerInnen zurĂŒckgegriffen werden, um den Bedarf zu decken. In Pisa top, in der Förderschule flopp? Entgegen anderslautender Behauptungen liegt Bayern im Förderschulwesen im SchĂŒler je Klasse-Vergleich (11,2 SchĂŒler je Klasse, Bundesdurchschnitt 10,0) im LĂ€ndervergleich bundesweit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Auch im Vergleich SchĂŒler je Lehrer erreicht Bayern mit 7,7 SchĂŒlern (Bundesdurchschnitt 6,4) nur den 16. Platz. (Quelle: KMK: SonderpĂ€dagogische Förderung in Schulen 1997 – 2006 , BLLV: Situation an Bayerns Schulen bleibt schwierig)
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Der Bedarf an gut ausgebildeten SonderpĂ€dagogInnen ist demnach klar gegeben. Dennoch werden viele Junglehrer mit befristeten ArbeitsvertrĂ€gen abgespeist und mĂŒssen aufgrund arbeitsrechtlicher Vorgaben jedes Jahr damit rechnen, wieder den Einsatzort, die Einsatzschule und das Aufgabengebiet zu wechseln. Jutta Kunzelmann, eine betroffene Junglehrerin, macht im Interview mit der DDS (Die demokratische Schule, Zeitschrift der GEW) deutlich, was die Einstellungspraxis fĂŒr weitreichende Folgen fĂŒr alle Beteiligten hat:
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- Viele SchĂŒlerInnen mit sonderpĂ€dagogischem Förderbedarf bekommen jedes Jahr eine neue Lehrkraft. Dies ist pĂ€dagogischer Unsinn und kontraproduktiv: Gerade SchĂŒler mit besonderem Förderbedarf benötigen konstante pĂ€dagogische Bezugspersonen und vertrauensvolle Beziehungen, um erfolgreich lernen zu können.
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- Eltern werden mit stÀndig wechselnden AnsprechpartnerInnen konfrontiert. Der gemeinsame Erziehungsauftrag wird durch einen stÀndigen Wechsel der Bezugspersonen erheblich behindert.
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- Kollegien und MitarbeiterInnen an den Schulen (HFLs, KinderpflegerInnen etc.) mĂŒssen sich jedes Jahr auf neue MitarbeiterInnen einstellen und diese mĂŒhsam einarbeiten. Dieser Umstand ist vor allem an Förderschulen pĂ€dagogisch und organisatorisch höchst fragwĂŒrdig und behindert Schulentwicklung. Die erarbeiteten Kompetenzen werden fĂŒr die betroffenen LehrerInnen bereits nach einem Jahr wieder nutzlos.
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- FĂŒr betroffene LehrkrĂ€fte bedeutet die momentane Einstellungspraxis erhebliche finanzielle Unsicherheit. Es ist nie sicher, ob und wo man im nĂ€chsten Schuljahr eine Anstellung erhĂ€lt. Im Vergleich zu den verbeamteten KollegInnen muss man fĂŒr die gleiche Arbeit finanzielle EinbuĂen hinnehmen. Weder beruflich noch privat können zufriedenstellende Zukunftsperspektiven entwickelt werden.
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- Jedes Jahr können sich Einsatzort, Einsatzschule und Aufgabengebiet Ă€ndern. Dies ist garantiert nicht förderlich fĂŒr die Motivation und die Einsatzbereitschaft der betroffenen LehrkrĂ€fte und Bildung muss auf Dauer auch darunter leiden.
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- Neue pĂ€dagogische und didaktische Theorien, die an der Uni gelehrt werden, finden aufgrund der hohen Fluktuation der JunglehrerInnen kaum ihren Weg in die vielerorts ĂŒberalterten Kollegien. Anstatt neue Ideen in die Schulen zu bringen, bleibt oft nichts anderes ĂŒbrig, als sich an die Gegebenheiten anzupassen.
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