Paso Bella Vista – Ushuaia – Rio Gallegos (Chile – Argentinien)

5.1.2019 – 16.1.2019

Und wieder einmal überqueren wir die Grenze Chile – Argentinien am Paso Bella Vista……

Wir sind unterwegs nach Süden….frei nach Hannes Wader…..und wollen weiter bis ans Meer….. zuerst guter Schotter, ab RN 3 Teer.

Am 6.1.2019, nach 21 Monaten unterwegs, bei km-Stand 369978 erreichen wir Ushuaia auf der Insel Feuerland (Tierra Fuego), das uns mit kühlem, aber sonnigem Wetter begrüßt.

An der Costanera entlang, Fotos von der südlichsten Stadt der Welt,

wir haben trotzdem noch einen Punkt weiter südlich im Visier.

Wir übernachten in Puerto Almanza am Beagle-Kanal, essen im Restaurant La Sirena Centollas (Königs-Krebse) und eine lecker Fischplatte mit Bier vom Fass.

Am nächsten Tag weiter südlich zur Estancia Harberton, der am südlichsten gelegenen Siedlung außer Militärstützpunkten noch etwas weiter.

Die Estancia Harberton wurde 1866 von dem Missionar Thomas Bridges (1842-1898) gegründet, der mit den einheimischen Yamana-Indianern ein sehr freundschaftliches Miteinander lebte, ihre Sprache erlernte und sogar ein Wörterbuch English – Yamana – English veröffentlichte. Heute lebt die 4. Generation der Bridges auf Harberton.

Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Führungen, Besuche des Meeres-Museums mit exakten Skeletten, der Scheune mit alten Relikten aus dem 19. und 20. Jahrhundert und ein Cafe mit leckerem Kuchen locken jeden Tag Touristen an.

Am südlichsten Punkt unserer Reise zeigt der km-Zähler exakt 370.000 an….so ein Zufall.

Woher hier wohl der Wind kommt ???

Auf dem Weg von nun an nach Norden kommen wir an einem Fest vorbei:

Argentinische Gauchos feiern ihren Gauchito Gil, um den sich unzählige Legenden ranken. Er war Landarbeiter, schloss sich aber der Armee an, desertierte dann, um im argentinischen Bürgerkrieg nicht auf Landsleute schießen zu müssen. Er versteckte sich im Wald und war in dieser Zeit so etwas wie der argentinische Robin Hood – er bestahl die Reichen und gab es den Armen. Heute ist er u.a. auch der Schutzpatron von Auto-, Bus- und LKW-Fahrern. Man sollte hupen, wenn man an einem roten Schrein vorbei fährt, das führt zu einer unbeschwerlichen und unfallfreien Reise. Vom Gaucho Puli bekommen wir Semmeln mit gegrilltem Lammfleisch….mmmmhhhh…..

Und noch einmal: Argentinien – Chile bei Cerro Sombrero, völlig unproblematisch, stressfrei.

Und noch einmal: Fähre über die Magellan-Straße

Wir sind wieder in Argentinien……

…in Rio Gallegos….. und kommen zum NP Monte Leon, der ein reizvolles Küstengebiet mit intakter Tierwelt in der argentinischen Provinz Santa Cruz in Patagonien schützt.

Bei der Gründung spielte dabei einmal mehr der US-Multimillionär Douglas Tompkins eine bedeutende Rolle wie auch schon im NP Pumalin, der das Land mit einer Estancia kaufte und dem argentinischen Staat zur Gründung eines Nationalparks vermachte.

Wir erwandern die Pinguin-Kolonie und sind fasziniert von den tausenden von Magellan- Pinguinen, die überhaupt nicht scheu vor uns herumwatscheln, ihre Eier bebrüten oder die noch flauschigen Jungen füttern…..

Freitag, 11.1.2019: Wir haben einen Puma gesehen !

Aber erst mal von Anfang an…..

In Comandante Luis Piedra Buena tauschen wir nach etlichen Mühen und Rennerei privat Dollar in argentinische Pesos. Die Wechselkurse ändern sich tagtäglich so dramatisch, dass praktisch keine Wechselei in Banken möglich ist. Bei Bankautomaten bekommt man zwar Pesos, aber zu einem unmöglichen Kurs und mit bis zu 19% Kommission für das Geldinstitut. Das heißt, Privatleute wollen zwar unbedingt harte Währung, sprich Dollar, kriegen aber in der Bank nix und sind so auf Touristen wie uns angewiesen. Nur finden muss man diese Privatleute…..

Wir biegen auf die Küstenstraße ab, die Costanera, 50km Schotter, aber reizvolle Landschaft. Nach weiteren 160km holpern wir die 50km groben Schotter oder Wellblech Richtung Nationalpark Bosque Petrificado (Wald mit versteinertem Holz).

Und dann: ein Puma sitzt neben der Straße, ein großes Kätzchen, das dann majestätisch im Buschwerk und in den Felsen verschwindet….

Wir stehen am NP-Eingang, es windet und heut abend gibt’s Guanako-Gulasch mit Nudeln und Gemüse. Am nächsten Morgen immer noch kräftiger Wind, halt Patagonien……

gemütlich wandern wir durch den NP und bestaunen die versteinerten Baumriesen, bis zu 30m lang und bis zu 1.80m Durchmesser…. beeindruckend, ganz anders als in den USA, aber toll.

Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn Ruta 3 durch öde Pampa bis Ensenada am Atlantik…

.dort stehen wir mit etlichen argentinischen Familien am Kieselstrand und werden am nächsten Morgen mit einem Geburtstagskuchen überrascht. Die Tochter Diegos, unseres Nachbarn hat Geburtstag und am Abend sind wir zu Fleisch und Salat eingeladen. Hier soll es See-Elefanten geben und wir erfahren, dass sie einige km weiter am Strand liegen. Wir machen uns zu Fuß auf, doch weit und breit keine Tiere zu sehen. Diego kommt mit dem Quad nach und tatsächlich….

eine Bucht weiter liegen die Kolosse faul und schläfrig zwischen den Felsen. Neugierig werden wir mit riesigen Kulleraugen beäugt…..

In Punta Tombo besuchen wir eine weitere Pinguin-Kolonie. Überall Nisthöhlen – Pinguine im Schatten – Pinguine auf dem Weg zum Meer

– Pinguine vollgefressen vom Meer kommend – Pinguine beim Schwimmen und Spielen – und Pinguine beim Schwimmen-Lernen

– Autsch …..

Die Halbinsel Valdes ist unser nächstes Ziel. Sie besteht größtenteils aus karger Landschaft und einigen kleineren Salzseen.

Im „Kleinen Prinzen“ ist von einer Insel die Rede, die aussieht, wie wenn eine Schlange einen Elefanten verschlungen hätte, dieses Inselchen müssen wir selbstverständlich anschauen….auch hier am Meer Flamingos.

Von besonderer Bedeutung ist die Halbinsel wegen der Meeressäugetiere, die sich an ihrem Ufer und vor ihren Küsten tummeln. Dies sind an der Küste Seelöwen und See-Elefanten. Es gibt an den Küsten mehrere Kolonien der Magellan-Pinguine, die nicht so groß sind wie die in Punta Tombo, aber dennoch hochinteressant. Das Erstaunlichste an diesen Pinguinen ist das Fehlen jeglicher Scheu vor dem Menschen. Man kann sich ihnen bis auf Armlänge nähern, ohne dass sie flüchten oder Drohgebärden zeigen. Man muss sogar Acht geben, dass man ihnen nicht auf die Füße tritt, so arglos sind diese Vögel. Und sie haben immer Vorrang…..

Diese Magellan-Pinguin-Kolonien leben friedlich in unmittelbarer Nähe zu den gewaltigen See-Elefanten und Seelöwen.

Sehr windige Nacht, unser Sprinti ist am wackeln.

In Punta Piramide, immer noch auf der Peninsula Valdes, schauen wir uns die gewaltigen Seelöwen an, die gerade Junge haben.

Die Männer streiten sich um jeden Zentimeter, den ihre Familie benötigt, es wird gerauft und geschubst, und hin und wieder ist auch schon Blut geflossen. Die Mütter wachen darüber, dass niemand ihren Babys zu nahe kommt, aber auch die Väter haben Kinderdienst.

Der Rundweg um die Halbinsel Valdes ist rau, aber machbar, am Punta Norte warten wir auf die Flut.

Die dort lebenden Seelöwen mit ihren Jungen sind bevorzugte Beute von Orcas, die direkt am Strand auf die Babys und deren Mütter Jagd machen. Diesmal haben wir kein Glück, die letzte Sichtung von Orcas ist vier Wochen her….. hätt ja heut sein können. Wir schauen uns das Poster an……

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