{"id":451,"date":"2012-04-24T13:46:28","date_gmt":"2012-04-24T12:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/?p=451"},"modified":"2012-04-25T09:10:47","modified_gmt":"2012-04-25T08:10:47","slug":"iran-2-immer-noch-ein-tolles-land-mit-tollen-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/?p=451","title":{"rendered":"Iran 2: Immer noch ein tolles Land mit tollen Menschen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\">Zur\u00fcck in Teheran hei\u00dfts erst mal einkaufen, W\u00e4sche von der W\u00e4scherei abholen und einen \u00dcbernachtungsplatz in der N\u00e4he der usbekischen Botschaft finden, denn morgen fr\u00fch wollen wir das Visum abholen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Beim Fr\u00fchst\u00fcck lernen wir einen Iraner kennen, der f\u00fcnf Jahre in der Schweiz gelebt hat. Er l\u00e4dt uns f\u00fcr abends zu sich nach Hause ein. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Es klappt alles wunderbar, das Visum ist tats\u00e4chlich fertig, um die Ecke gibt\u2019s einen Kopierer und wir k\u00f6nnen die erforderlichen Kopien machen und gleich bei der turkmenischen Botschaft abgeben.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">In einer Woche sollen wir in Mashad auf dem Konsulat das fertige Visum abholen.<\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Am Abend werden wir herzlich empfangen von Deyhim, Goharnaz und ihrem Bruder Arashd.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nach einer erfrischenden Dusche verbringen wir den Abend mit interessanten Gespr\u00e4chen bei leckerem persischem Geb\u00e4ck und Getr\u00e4nken. Gro\u00dfe \u00dcberraschung, Deyhim und Goharnaz geben f\u00fcr uns ein kleines Privatkonzert auf der Tar (ein iranisches Saiteninstrument) und der Tombak (eine iranische Trommel). ngg_shortcode_0_placeholderWir sind ganz ergriffen von der tollen Improvisation f\u00fcr unsere Weiterreise nach Mashad. Es stellt sich heraus, dass sie sehr bekannte Musiker sind und wir bekommen sogar noch eine DVD von einem Konzert geschenkt. So sp\u00e4t sind wir schon lange nicht mehr ins Bett gekommen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nach herzlicher Verabschiedung geht es am n\u00e4chsten Tag Richtung Mashad. Noch ein kurzer Einkaufsstop&#8230; (In Teheran gibt es wirklich alles zu kaufen), deutscher Kaffee, Schokolade und Camembert\u00a0 wandern in den Einkaufskorb. Den wilden Trubel von Teheran lassen wir hinter uns und kommen durch einsame, karge W\u00fcstengegenden. Wir fahren auf der Route der Seidenstrasse.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Das erste Kamelschild taucht auf&#8230;. ngg_shortcode_1_placeholderimmer wieder alte Karawansereien.. . ngg_shortcode_2_placeholderDie heutigen Karawanen haben keine Kamele mehr, sondern LKWs. Die modernen Karawansereien verkaufen deshalb Diesel, Benzin und Erdgas, Cay und Pistazien gabs wahrscheinlich auch fr\u00fcher. <\/span>ngg_shortcode_3_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Unser erster Halt ist Semnan, hier gibt es noch einen alten Stadtkern mit Lehmh\u00e4usern, Ziegelminarett und einem qajarischen Stadttor, das mit Fliesenbildern geschm\u00fcckt ist. <\/span>ngg_shortcode_4_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Wir bewundern die prachtvolle Moschee und werden aufgefordert\u00a0 reinzukommen. Es gibt getrennte Eing\u00e4nge, hier bekomme ich das erste Mal einen \u201eSchleier\u201c,\u00a0 ein riesiges Tuch, in den frau sich ganz einh\u00fcllt.ngg_shortcode_5_placeholder Ich brauche zwei H\u00e4nde, damit nichts verrutscht und das Tuch auch bei und um mir bleibt und dann noch fotografieren&#8230;. Eine M\u00e4dchenklasse schart sich kichernd um\u00a0 mich.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nach weiteren 110 km kommen wir nach Damghan. Hier wollen wir uns die \u00e4lteste noch erhaltene Moschee auf iranischem Boden ansehen, die Tarikhane Moschee (aus dem 8.Jhd.).ngg_shortcode_6_placeholder Schilder finden wir keine, aber hilfsbereite Menschen, die uns den Weg erkl\u00e4ren. Die Moschee ist mit Lehm und Stroh verputzt und besitzt ein tolles Ziegelminarett. Dort treffen wir einen Mann aus dem Kulturamt, der uns noch\u00a0 zu einem Grabturm (Pir-e Alamdar)ngg_shortcode_7_placeholder und der Freitagsmoschee f\u00fchrt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Zudem gibt es noch ein riesiges Ziegelmausoleum, hier ist die Grabst\u00e4tte von Emamzade Jafar, ein Nachkomme des dritten Imam Hossein. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Auf unserem weiteren Weg stolpern wir geradezu von einem Mausoleum zur n\u00e4chsten prachtvollen Grabst\u00e4tte, von wichtigen, ber\u00fchmten Verstorbenen, von denen wir bisher noch nichts geh\u00f6rt hatten.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ein Abstecher nach Bastam mit Moschee, Grabturm und Lehm\/Strohstadtmauer.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">In Nishapur befinden sich in besonders sch\u00f6nen Parkanlagen die Mausoleen von Fard ad-Din Attarngg_shortcode_8_placeholder und Omar Khayyam, diesmal keine Heiligen, sondern Attar war ein mystischer Dichter, der beim Mongoleneinfall um 1220 AD ums Leben kam und Khayyam ein ber\u00fchmter Dichter, Mathematiker und Astronom.<\/span>ngg_shortcode_9_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nach so vielen Gr\u00e4bern halten wir an einer Rastst\u00e4tte und kommen dort schnell ins Gespr\u00e4ch mit einer sehr lebendigen Gro\u00dffamilie, die die Rastst\u00e4tte betreibt. Es gibt ein Wasserbecken mit Tretbootschw\u00e4nen, eine riesige H\u00fcpfburg und wir werden mit Eis, Tee, einem Glas Apfelmarmelade und einer gro\u00dfen Plastikt\u00fcte mit frischem Brot beschenkt. Nach den obligatorischen Fotos fahren wir winkend ab.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">In der N\u00e4he von Sang Bast, inmitten einer W\u00fcstenlandschaft, erhebt sich das schlichte Ziegelmausoleum von Arslan Jasib (Statthalter von Tus im 10. Jahrhundert). <\/span>ngg_shortcode_10_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ein geruhsamrer Ort, zum rasten und lesen&#8230;.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ab nachmittag dann immer mehr Besucher (es ist FREItag), die au\u00dfer dem Mausoleum auch noch uns und unseren Sprinti besichtigen. Der Mausoleumsw\u00e4rterngg_shortcode_11_placeholder schenkt uns frische Pilze aus der W\u00fcste (da es geregnet hat, wachsen sie derzeit unter der Erde und m\u00fcssen gepfl\u00fcckt werden bevor sie der Sonne ausgesetzt sind). Immer wieder beantworten wir die wissbegierigen Fragen der Perser und auch die Bitte, ein Foto mit uns machen zu d\u00fcrfen, kommt immer wieder. Wir fotografieren flei\u00dfig mit.<a class=\"shutterset_\" title=\"Besucher\" href=\"http:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/wp-content\/gallery\/iran-2\/iran-2-142a.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-left\" src=\"http:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/wp-content\/gallery\/iran-2\/thumbs\/thumbs_iran-2-142a.jpg\" alt=\"iran-2-142a\" \/><\/a><a class=\"shutterset_\" title=\"Besucher\" href=\"http:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/wp-content\/gallery\/iran-2\/iran-2-146a.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-right\" src=\"http:\/\/www.sopaed.net\/vadder\/wp-content\/gallery\/iran-2\/thumbs\/thumbs_iran-2-146a.jpg\" alt=\"iran-2-146a\" \/><\/a> Die Sonne geht unter und wir braten die leckeren Pilze, der Mausoleumsw\u00e4rter bleibt die ganze Nacht in seinem W\u00e4rterh\u00e4uschen und auch sein Hund wacht \u00fcber unseren Schlaf.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Auf nach Mashad, der heiligsten Stadt des Iran und zur Familie Salamati. Auf der deutschen Botschaft in Teheran haben wir Luise, eine Hamburgerin, die seit 38 Jahren in Mashad wohnt, kennengelernt und sie hat uns herzlich eingeladen, als sie erfuhr, dass wir auch nach Mashad kommen. Wir wussten nicht viel voneinander, wurden aber von der gesamten Familie aufgenommen, als w\u00e4ren wir Familienmitglieder. Alle k\u00fcmmern sich r\u00fchrend um uns, unsere W\u00e4sche wird gewaschen, wir d\u00fcrfen das Bad benutzen, ein Tourprogramm zu allen Sehensw\u00fcrdigkeiten ist aufgestellt, und es ist ein Vergn\u00fcgen, mit Menschen, die einem alles erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, Besichtigungen zu machen. Wir haben zwar einen Stadtplan, doch brauchen wir ihn gar nicht, da wir zu Allem begleitet und hingebracht werden. Nicht zu vergessen die reiche Bewirtung mit leckerem persischen Essen.<\/span>ngg_shortcode_12_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Besuch des heiligen Bezirks am Abend.ngg_shortcode_13_placeholder Hier befindet sich die Keimzelle der Stadt, das Grab des achten schiitischen Eman Reza (gest. 818). Der Name Mashad\u00a0 kommt von dem Ort, an dem der Emam Reza ermordet wurde (Mashhad ar-Razavi = M\u00e4rtyrerst\u00e4tte von Reza). Heute hat Mashad 4 Millionen Einwohner, zudem pilgern j\u00e4hrlich rund 14 Mio. Menschen zum Grabmal und d\u00fcrfen sich dann Mashhadi nennen. Auch wir d\u00fcrften uns jetzt so nennen, denn selbst wir \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c durften mit Saids Hilfe zum Allerheiligsten, dem Schrein von Emam Reza (eigentlich f\u00fcr Nichtmuslime verboten). Leider besteht f\u00fcr den heiligen Bezirk Fotografierverbot, so dass ihr mit unserer Beschreibung vorlieb nehmen m\u00fcsst. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Es ist ein riesiges Gel\u00e4nde, es gibt mehrere Moscheen, viele verschiedene H\u00f6fe mit Marmorboden, Springbrunnen und \u00fcberall Teppiche f\u00fcr die Pilger zum beten und ausruhen. Die H\u00f6fe sind eingefasst von fliesengeschm\u00fcckten W\u00e4nden. In den Untergeschossen befinden sich riesige Friedh\u00f6fe, denn es ist ein Wunsch vieler, hier begraben zu werden. Die Innenr\u00e4ume bestehen aus spiegelverkleideten Kuppeln mit gro\u00dfen Kronleuchtern. Vieles ist vergoldet, so die Kuppel, zwei Minarette und einige Eingangsportale.<\/span>ngg_shortcode_14_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Nur in angemessener Kleidung darf man den heiligen Bezirk betreten, ich bekomme von der Familie Salamati einen schwarzen Schleier (Mantel) und bin ab jetzt nicht mehr zu erkennen, ngg_shortcode_15_placeholderOskar schaut dann immer auf die Schuhe (die muss man\/frau aber am Eingang abgeben&#8230; aber ab da m\u00fcssen Frauen und M\u00e4nner eh getrennte R\u00e4ume betreten.) Obwohl schon 23 Uhr, befinden sich immer noch tausende Menschen auf dem Gel\u00e4nde, wir sind m\u00fcde vom langen Tag und den \u00fcberw\u00e4ltigenden Eindr\u00fccken.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Auf dem weiteren Programm stehen der Besuch des Shah Nader-Museums, ngg_shortcode_16_placeholderdes Teppichmuseums, des Kunstmuseums, der Grabst\u00e4tte des Dichters Ferdosi,ngg_shortcode_17_placeholder des Bazaars und und und&#8230;..Au\u00dferdem wollen wir heute abend noch echt persisch Essen gehen, Shish-lek&#8230;wir mussten schon den ganzen Tag fasten, damit heute Abend alles reinpasst&#8230;.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Es ist Dienstag, der 24.April, heute Nachmittag bekommen wir unser turkmenisches Transitvisum und werden morgen Richtung Turkmenistan aufbrechen.Unser Einreisedatum ist Donnerstag, der 26.4.2012 und wir haben die Erlaubnis, an der s\u00fcdlichen Grenzstation Sarakhs einzureisen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Nachtrag: Es ist Mittwoch, wir haben unser Visum, das Essen in Shandiz war ph\u00e4nomenal lecker.<\/span>ngg_shortcode_18_placeholder<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ein riesiges Dankesch\u00f6n f\u00fcr diese F\u00fclle an Gastfreundschaft an Luise, Said und Mehri, Jawad und Samane, Fathemeh und ihre Familie, wir werden sie in unseren Herzen behalten.<\/span><\/p>\nngg_shortcode_19_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur\u00fcck in Teheran hei\u00dfts erst mal einkaufen, W\u00e4sche von der W\u00e4scherei abholen und einen \u00dcbernachtungsplatz in der N\u00e4he der usbekischen Botschaft finden, denn morgen fr\u00fch wollen wir das Visum abholen. 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