Von Mendoza / Argentinien bis Chiloe / Chile

Vom 23.11.2018 bis 11.12.2018I

Weinprobe

Mendoza liegt auf 707 Metern Höhe im zentralen Westen Argentiniens am Fuß der Andenkordillere, die mit dem Berg Aconcagua (6961m) an dieser Stelle die höchsten Erhebungen aufweist. Die Landschaft ist eine karge Trockensteppe, die aber in der unmittelbaren Umgebung der Stadt bewässert wird, so dass Weinanbau möglich wird. Die Landschaft, in der Mendoza liegt, wird auch als Cuyo bezeichnet.

Heute kommen wir nach einer längeren Autobahnfahrt mit Polizei- und Fruchtkontrollen in Mendoza an und genehmigen uns den Camping Cavieres.

Hier besitzt Hans aus Belgien ein kleines Hotel, ein Weingut und einen großen Garten, in dem er uns neben ein paar anderen Travellern stehen läßt. Nicht billig, aber ruhig und sicher und von hier aus kann man einiges zu Fuß erledigen. Wir treffen Roger und Conny aus der Schweiz in ihrem Landy und stellen voller Überraschung fest, dass die beiden wiederum Peter und Susanne in ihrem Bremach kennen, die wir in Kasachstan und dann auch noch in Australien getroffen haben. Die Welt der Overlander ist winzig !

Wir beschließen, gemeinsam eine Weinprobe zu machen und gehen Gott sei Dank zu Fuß zum Weingut ! Jeder erhält drei richtig gut gefüllte Weingläser, wir suchen uns 12 (!) verschiedene Weine aus und die Gläser sind wirklich gut gefüllt……und das alles noch am Vormittag. Glücklicherweise haben wir vorher ein großes Brot gekauft, das die Auswirkungen des Alkoholkonsums etwas mildert. Etwas bedüdelt marschieren wir heim und Hans bringt freundlicherweise den gekauften Wein mit dem Auto zu uns.

Weinprobe danach

Neben Wein werden auch noch Kirschen, Zwetschgen, und Oliven angebaut, was aber nur mit Bewässerung möglich ist.

Am Rio Atuel fahren wir auf Schotter flussaufwärts durch den Canyon Atuel, in dem wir interessante Felsformationen vorfinden. Der Rio Atuel wird dreimal gestaut und Strom für Mendoza und Umgebung gewonnen.

In Malargüe besuchen wir das Observatorium Pierre Auger und kommen dem Geheimnis um die 1660 „Wassertonnen“ auf der Hochebene etwas näher, so ganz genau kapier ich es immer noch nicht.

1660 Stationen (Tscherenkow-Tanks), die in einem Dreiecksmuster mit je 1500 Meter Abstand auf einer Fläche von etwa 3000 km2 auf einer Hochebene ca. 1400m über Meereshöhe aufgestellt sind. Jede einzelne Station besteht aus einem mit 12m3 hochreinem Wasser gefüllten Tank, und man versucht, kosmische Strahlung, vor allem Protonen, aus dem Weltall aufzufangen und in Energie umzuwandeln. Bisher sind die Ergebnisse noch nicht sehr erfolgreich….

Über den schneereichen Paso Pehuenche, obwohl nur 2500m, reisen wir wieder in Chile ein, nicht ohne vorher das zu verstecken, was wir nicht mit nach Chile nehmen dürfen: Fleisch, Obst, Gemüse etc.

Wir unterhalten uns mit den Grenzern, sind mal wieder die einzigen an diesem Übergang, und alle sind freundlich, höflich und freuen sich mit uns. Ein bisserl spanisch ist schon sehr hilfreich….

Am Lago Colbun treffen wir doch tatsächlich die Hollys wieder und ratschen den ganzen Abend bei Bierchen und Weinchen.

Vom Salto de Laja biegen wir ab Richtung Vulkan Lonquimay und finden ein herrliches Fleckerl unter riesigen Araukarien.

Kalt war’s in der Nacht, am Morgen bullert unsere Heizung und nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir hoch zum Skigebiet des Lonquimay, wo dann aber der Weg ganz plötzlich einfach zu Ende ist……

Wir drehen in der Vulkanasche um, fahren durch einen 4.5 km langen Tunnel, das Schottersträßchen führt uns hügelig an Mapuche-Siedlungen, Seen, gewaltigen Araukarien und Bambus-Gehölzen vorbei.

Am 2.12. ist 1. Advent und wir gönnen uns ein paar Lebkuchen, Dominosteine und Zimtsterne – ja, das gibt’s in Chile – sitzen in der Sonne und werden gebräunt…

Jeden Tag ein neues Erlebnis, dieses Mal auf miserablem Schotter zu heißen Quellen, wobei wir die ganze Sch…… auch wieder zurück müssen. Die Thermales haben sich aber gelohnt…!

Richtung Pucon auch wieder über Nebenstraßen, hier hätten größere WoMos wirklich manchmal ein Problem, es ist eng, niedrig und selbst Sprinti kratzt teilweise an Ästen entlang.

Weiter durch das chilenische Seengebiet…Galletue – Icalma – NP Conguillo – ArcoIris – Ranco – Copihues…..

Schon aus weiterer Entfernung sehen wir dann den Bilderbuch-Vulkan Osorno (2652m)…..so malen Kinder einen Vulkan.

Wir haben Glück, sehen ihn in ganzer Pracht, auch oben kein einziges Wölkchen. Eigentlich wollen wir hier oben übernachten, aber dann ist es doch sehr staubig und auch nicht so schön wie ein Fleck, den wir unten gesehen haben.

Der chilenischen Autobauer-Phantasie sind keine Grenzen gesetzt .….

Am Abend genießen wir mit Hermann und Martina den Sonnenuntergang am Fluss am Fuße des Osorno bei den Stromschnellen des Petrohue.

Am Morgen ist der Vulkan verschwunden, die Wolken haben ihn verschluckt, es ist diesig und nieselt..

In Puerto Montt, der südlichen Hafenstadt Chiles (ca.180.000 Einwohner), besuchen wir den Fischmarkt Angelmo und essen frische Ceviche, das ist roher Fisch, rohe Scampi, Muscheln….halt alles, was das Meer so hergibt.

Die Leute sind fröhlich, haben einen guten Fang in der Nacht gemacht und preisen die Ware lauthals an.

Bevor wir mit der Fähre nach Chiloe übersetzen, finden wir noch einen wunderschönen Stellplatz am Meer.

Chiloe

Die Insel gilt neben Peru als eine der möglichen Urheimaten der Kartoffel. Noch heute werden dort ca. zweihundert Kartoffelsorten angebaut, die sich in Form, Farbe und Geschmack von denen in Europa bekannten unterscheiden. Das Klima ist mild, aber außerordentlich feucht; Regen ist überaus häufig (bei Ancud fallen jährlich 2035 mm), vor allem im Westteil der Insel.

Bei der Überfahrt ist auch bei uns das Wetter bewölkt und nieselig. Chiloe ist vor allem für ihre Fruchtbarkeit und ihre alten Holzbauten, vor allem Kirchen bekannt und berühmt ist: Ancud – Quemchi -Ancar.

Bei der Holzkirche in San Antonio de Colo stehen viele Leute um ein Holzabteil….Hahnenkampf ist der erste Gedanke ?

Weit gefehlt…..die kulinarische Spezialität Chiloes ist ‚Curanto‘, das im Erdofen zubereitet wird. Berge von Muscheln, Fleisch, Würstchen, Kartoffeln, Gemüse etc. kommen auf eine Lage heißer Steine, werden mit riesigen Blättern (Nalca = so was ähnliches wie Rhabarber)) abgedeckt, Dann wieder heiße Steine, Erde, Grasbüschel und lange köcheln. Wir kommen gerade richtig, als alles gar geköchelt ist und bekommen auch was ab, lecker !

In Castro suchen wir nach den Palafitos, den bunten Stelzenhäusern oder Pfahlbauten der Fischer, die farbenfroh an der Küste erbaut sind.

Im NP Chiloe wandern wir im niedrigen Regenwald und wollen den Spitznasenfrosch entdecken, dem Darwin den Namen gegeben hat, finden ihn aber nur auf einem Poster…..

Am südlichen Ende Chiloes liegt Quellon, für die Chilenen das offizielle Ende der Panamericana. Jeder braucht so sein Fin del Mundo……

Wir verlassen Chiloe und machen uns auf den Weg…..die Carretera Austral ruft…..

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