Türkei 2: Ölü Deniz – Kas – Antalya – Side – Alanya – Anamur

Drei beeindruckende Wochen mit erstaunlichen Begegnungen zwischen Ölü Deniz über Antalya bis nach Anamur.

Die Saklikentschlucht mit reißendem Wasser lässt es nicht zu, in ihr zu waten.

Vier Radler aus der Schweiz und Frankreich machen unsere gemeinsame Rast am Wegesrand zu einem interessanten Reiseinfoaustausch. Wir sind beeindruckt, dass sie noch bis Japan radeln möchten.

Xanthos fasziniert mit seinen hohen Grabanlagen, die höchste soll 30 m hoch gewesen sein, ganz genau weiß auch die Wissenschaft nicht warum man dem Himmel so nah sein wollte. Uns ist es ein Rätsel, wie man die schweren Steinsarkophage überhaupt bewegen kann.

Die Dünen von Patara locken, 40-50m über dem Meer finden wir einen schönen Platz im Wald an den Dünen. Eine Exkursion muss sein in die Täler und auf die Dünenkämme.

Am Parkplatz grillt eine türkische Musikgruppe, die heute noch auf einer Hochzeit spielen soll, sie laden uns ein zu Hähnchen, Salat, Brot und Raki. Gerne hätten sie unser Auto abgekauft, aber wir können doch nicht obdachlos werden.

Die D400 schlängelt sich an der felsigen Küste entlang, immer wieder kleine Strände, zu denen man runterkraxeln kann. In Kaputas sind es 187 Stufen bis zur Traumbucht.

Kas hat einen tollen Gemüsemarkt, unsere Vorräte sind schnell aufgefüllt.

In einer kleinen Lokanta suchen wir uns aus den vielen offenen Töpfen ein leckeres Mittagessen

aus, Nachtisch und Cay spendiert die Wirtsfamilie.

Demre und sein Tal sind ein einziges Tomatengewächshaus, hier gibt es 3 Ernten im Jahr. Wir zockeln die gemütliche Strandstrasse entlang vorbei an Sommerausflugsschiffen und einer wilden Wohnwagensiedlung.

Nur noch wenige Kilometer und der Olympos-Nationalpark erstreckt sich über viele Berge, Täler und Sehenswürdigkeiten. Neugierig sind wir vor allem auf Yanartas = brennende Steine.

Hier wohnte zu Zeiten der alten Griechen die sagenhafte Chimäre (ein Ungeheuer mit Löwenkopf, Ziegenkörper und einer Schlange als Schwanz) bis sie von Bellerophon getötet wurde. Die Legende geht, dass überall wo sie beim Kampf auf die Erde schlug, sich ein Feuer entzündete. Seit dieser Zeit schlagen Flammen aus dem Gestein und dienten in früheren Zeiten den Seefahrern als Wegzeichen, heute wird hier gerne mal ein Würstchen gegrillt oder ein Spiegelei gebraten.

Am weiten Strand von Cirali entdecken wir den „Krüger Nationalpark“ und suchen uns zwei besonders schöne Pinien als Stellplatz aus.

Hier treffen wir auch noch weitere Büssle mit Reisenden aus und in die verschiedensten Länder der Welt.

Die alten Steine der Ruinen von Olympos überlassen wir auf der anderen Flussseite allen anderen Touristen, denn nur wer bis zum Po ins kalte Wasser steigt, kommt rüber. Muss nicht sein…

Von Cirali können wir den Tahtali Dagi mit seinem Schneegipfel bewundern.

Da müsste man doch auch raufkommen… Ja, sogar sehr bequem mit einer neuen Schweizer Seilbahn von 700m auf 2365m. Gut präpariert mit langen Unterhosen, dicken Socken, Mütze, Handschuh und Schal begeben wir uns auf die Exkursion zu Schnee und Eis und arktischen Temperaturen.

 

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Eine hübsche kleine Bucht ist von dort oben auszumachen, mit etwas Pfadfindergespür finden wir das Sundance Nature Camp… Viele kleine Hütten und Baumhäuser inmitten von Bäumen, Tieren, Fluss und Strand. Und die heißesten Duschen unserer Reise, es kommt erst mal nur heißer Wasserdampf aus dem Duschkopf, da ist viel Gefühl mit den beiden Hähnen nötig.

Die Wanderung zur nächsten Bucht führt unweigerlich zu weiteren alten Steinen, der antiken Stadt Phaselis. Die Mühen der Wanderung ersparen das Eintrittsgeld und wir können die drei Häfen der alten Stadt erkunden.

Mutig wagen wir uns mit dem Sprinti mitten in die riesige Stadt Antalya und finden vor der Altstadt einen freien Parkplatz. Das geschäftige Treiben vor der touri-aufgemöbelten Altstadt, in der sich hauptsächlich Pensionen, Hotels und Andenkenläden befinden und Schuhputzer, Saft- und Nüsschenverkäufer sich auf die wenigen Kunden stürzen, gefällt uns atmosphärisch ausgezeichnet.

Wir gelangen über breite Boulevards in die modernen Neubaugebiete mit Sicherheitsdienst und riesigen Einkaufzentren. Wir erfahren, dass hier die High Society der Türkei lebt, in 300 m²- Wohnungen mit allem Schnick-Schnack und technischen Rafinessen, Blick aufs Meer inklusive.

Lara Beach ist ein frei zugänglicher Strand mit großem Picknickareal, Joggingstrecke und blitzblanken Sanitäreinrichtungen und kostet nicht mal was. Ein idealer Übernachtungsplatz.

Unsere Nachbarn sind ein großes Hymermobil mit reiselustigen Dänen.

Sonntag und Sonnenschein…. türkische Klein- und Großfamilien bevölkern den Picknickplatz und grillen, wir denken an Juli-, Augustabende auf der Pegnitzwiese oder im Marienpark.

Kaum denkt man an Franken, joggen auch schon zwei Schwabacher (derzeit arbeitend in Antalya) an uns vorbei und ….. die Verschnaufpause dauert zwei Stunden, so viel gibt es zu erzählen.

Keine Sonne, kein Picknick…. Kultur ist angesagt… Unser Bedarf an antiken Stätten ist eigentlich schon gesättigt, aber Aspendos ist ein Muss. Die Parkgebühren sind dementsprechend, Eintritt auch, selbst aufs Klo darf man nicht umsonst…

Das vollständig erhaltene Theater beeindruckt uns,

und fasziniert von der Baukunst sind wir, als wir die Reste des Aquädukts erblicken, da sehr gut zu erkennen ist, über welche Entfernungen und in welcher Höhe hier Wasser von den Bergen bis in die Stadt geleitet wurde.

Im Dorf daneben hat ein Gözleme-Imbiss (=dünne Teigfladen mit verschiedener Füllung) geöffnet.

Mit einem Holzstab wird die kleine Teigkugel ganz dünn und riesig ausgewalkt, gefüllt und auf dem Holzofen knusprig gebacken und mit Butter bestrichen. Ayran und Salat passen hervorragend dazu. Die Kneipe wird von 3 Frauen geführt, die auch noch Pumphosen, Strickwaren und Decken verkaufen. Als Reiseproviant bekommen wir noch zwei Arme voll Orangen geschenkt.

Heftiger Regen und Sturm treibt uns von Antalya nach Side. Das heutige Side wurde zwischen die antiken Ruinen des alten Side gebaut. Also mal alte Steine mit Leben drin.

Große, schicke, all-inclusive Hotelburgen erstrecken sich am langen Sandstrand. Wir entdecken eine große Parkfläche mit Meerblick, auf der schon einige Womos stehen, treffen hier Rado und Klaudia aus Polen wieder, die Dänen sind auch schon da. Ein türkisches Wohnmobil ist vor Ort mit Resmiye und Yusuf aus Ankara. Es gibt heiße Duschen für 2 TL….Wir verbringen eine ganze Woche in Side, so angenehm ist es hier. Tagsüber besuchen uns immer wieder Pauschaltouristen, die daran interessiert sind, wie es uns auf unserer Reise so ergangen ist. Deutsche „Einwanderer“ bieten uns ihre Hilfe an, geben Tips und bringen neuen Lesestoff vorbei. Abends wird gemeinsam gegrillt, tagsüber gibt’s ein Speedmintonmatch.

Ein toller Markt in einer kleinen Stadt ist ganz nach unserem Geschmack. Gemüsegroßeinkauf und Gözleme mit Cay.

 

Die Touristenhochburg Alanya hat eine sehenswerte Altstadt mit tollem Hafen, ansonsten trennt die 4-spurige D 400 den breiten Sandstrand von den eintönigen Hotelklötzen.

Kein hübsches Plätzchen für unseren Sprinti. Die Orangenplantagen weichen riesigen Bananenfeldern, die Küstenstrasse ist zu nah an der Küste, wir biegen kurzerhand nach links, eine steile Bergstrasse führt zu der verlassenen Stadt Syedra. Umherstreifen kostenlos, Superplatz zum übernachten, neben Ruine und Mandelbaum mit Fernblick und romantischem Sonnenuntergang.

Die Strände weichen einer Steilküste und die Straße schlängelt sich zweispurig entlang an Mandelbaumhängen und Bananenplantagen. Ein schöner Strand in Anitli wird unser nächster Halt.

Zwischen den Bananen gibt’s ne kleine Appartmentanlage mit Ferienwohnungen von türkischen Familien, alles leer. Der Wächter der Anlage kommt und schenkt uns leckere Avokados vom eigenen Baum, kurz darauf hält ein alter Pickup und reicht uns vier Orangen. Beim abendlichen Grillen wird uns nochmal eine ganze Tüte mit Orangen und Zitronen geschenkt. Heute ist es angenehm draussen, wir schüren ein kleines Lagerfeuer und der Nachtwächter bringt uns auch noch Bananen. Wir wissen gar nicht, wie wir uns revanchieren können, außer mit einem Bier, aber eigentlich wird auch nichts erwartet, Gastfreundschaft ist hier völlig normal…

Diese Herzlichkeit und Freigiebigkeit ist uns so das erste Mal begegnet.

Wir sind halt auch nicht mehr im Tourigebiet….

Anamur ist eine quirlige Kleinstadt, alle Versorgungdmöglichkeiten, wir kaufen ein und stehen seit zwei Tagen unterhalb der Ritterburg,

haben heute Wäsche gewaschen, DREI Maschinen, bei gutem Wind ist fast alles schon trocken. Nur die Duschen sind laukalt…..

4 Gedanken zu „Türkei 2: Ölü Deniz – Kas – Antalya – Side – Alanya – Anamur

  1. Hallo ihr 2!
    schoen dass ihr auf diesem Abschnitt euerer Reise bei uns im Adventure-Park vorbeigeschaut habt. Ich freue mich euch kennen gelernt zu haben… OBERASBACH GRUESST FUERTH
    Gute Reise!
    Liebe Gruesse
    MARION

  2. Hallo Heike und Oskar, gerade sind Ute und Werner zu Besuch und da dachte ich an euch und fragte mich, wie es euch jetzt wohl geht und wo ihr inzwischen gelandet seid??? Also da seid ihr, Türkei… Die Bilder geben einen Eindruck von Ruhe, Freundlichkeit und dem trägen dahinfließen von euch Reisenden, das wirkt sehr schön und fühlt sich für mich gut an. Ich hoffe es ist auch so, das wünsche ich euch, weiterhin eine gute Reise, liebe Grüße, Anne

  3. Gratulation zur tollen Website
    …und falls wir uns die nächste Zeit nicht mehr treffen; nicht vergessen, der beste visafreie Biergarten südöstlich von Fürth ist bei`m Krakauer Haus!
    Liebe Grüße
    norbert & sabrina

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