Armenien – das Land der Steine

28.08.2012 – 03.09.2012 

Nach den vielen georgischen Kirchen und Klöstern, besichtigen wir in Armenien…….na was wohl..

 

……armenische Kirchen und Klöster…..

 

Aber erst mal müssen wir über die Grenze … Wir brauchen ein Visum, dies bekommen wir aber für umgerechnet 6 € direkt an der Grenzstation. Die Einfuhr unseres Sprintis und die Zolldeklarationsprozedur dauert etwas länger und kostet stolze 60 €, aber alles mit Quittung.

 

 

 

Entlang des Debed Flusses

führt uns die sogenannte Klösterstrasse zu den wichtigsten Klöstern Armeniens, die alle links und rechts auf den Hochebenen zu finden sind.

 

 

 

Beinahe am Ende der Welt gelegen, auf einem Hochplateau mit Aussicht auf die Debed-Schlucht liegt das Kloster Haghbat,

erbaut Mitte des 10. Jahrhunderts aus braun-grauen Steinblöcken, die sich eng an den Hang lehnen. Der typische Vorraum der Hauptkirche, das Gavith, meist zumindest genauso groß wie die Hauptkirche selbst, wird mit Säulen gestützt und oftmals schmücken Kreuzsteine die Seitenwände. Ansonsten ist die Hauptkirche ziemlich schmucklos, auch wieder Kreuzsteine, davor Behältnisse, in die man Kerzen stecken kann. In der „Bibliothek“ finden sich an den Wänden Einbuchtungen für Bücher und Weinamphoren sind im Boden eingelassen.

 

 

 

Das Dorf Haghbat selbst macht einen sehr armen Eindruck, halb verfallene Häuser, sehr alte klapperige Autos. Es gibt eine kleine Kneipe vorm Kloster und wir beschliessen, dort Abend zu Essen. Fragen nach ob und was es zu essen gibt. Die Wirtin zählt alle Speisen auf und als wir abends auf der Terasse sitzen, wird uns doch tatsächlich die ganze am Nachmittag aufgezählte Speisenfolge aufgetragen,

 leckere Vorspeisen und danach „armenische“ Fleischküchle mit einem riesigen Berg Nudeln, Obst, Süßigkeiten, Kaffee und armenischer Cognac dürfen nicht fehlen.

 

Unseren Übernachtungsfleck am Klosterparkplatz teilen wir mit einem VW-Bus mit jungen Freiburgern.

 

 

 

Weiter geht’s durch die Debed-Schlucht, rechts und links machen wir Abstecher zum Kloster Sanahin,

zur Kathedrale von Odzun. (Es gäbe ja noch viel mehr Kirchen… aber einige lassen wir halt „links“ liegen).

 

Durch fruchtbare Ebenen mit viel Gemüseanbau überqueren wir den Sevan Pass und die gut ausgebaute Asphaltstrasse führt uns zum großen Sevan-See und dem Sevan-Kloster.

 

Am See gibt’s Strand und Sand und Picknickplätze…. und für uns ein Plätzchen für die Nacht.

 

 

 

Weiter am See entlang zum Kloster Hajravankh und nach Noratus zu einem Feld von hunderten von Kreuzsteinen.

Wir sind die einzigen Touris und werden von „Häkelweibern“ regelrecht überfallen, die ihre Ware an uns verkaufen möchten. Wir hätten ja auch was gekauft, doch die Mützen, Handschuhe und Socken sind aus der billigsten, grellen Plastikwolle gestrickt und gehäkelt, dass wir beim besten Willen nichts auch nur einigermaßen Brauchbares für uns ausmachen können.

 

An einem schönen Picknickplatz am See verbringen wir den Rest des Tages und zum Abendessen gibt’s leckeren Sevan-Fisch mit Salat und Brot…

 

Verlassen den Sevan-See über den Selim Pass, vorbei an der Selim Karawanserei….

ja auch hier ging mal die Seidenstrasse entlang. Werden von Armeniern, die gerade auf dem Weg heim nach Berg Karabach sind, zum Vespern eingeladen, Brot, Gemüse, Käse nehmen wir gerne an, doch den Wodka müssen wir ablehnen. Fahren noch aufmerksamer durch die Gegend… man kann ja nie wissen was die anderen Fahrer so zum Frühstück getrunken haben??!!

 

 

 

Biegen ab in eine enge Schlucht,

und was befindet sich am Ende auf einem Hügel??…. richtig geraten: ein Kloster…. Noravank. Besonders schön die gut erhaltenen Steinreliefs.

 

 

 

Fahren im Ararat-Tal bis Jerevan,

leider sind der kleine und große Ararat in dichten Wolken und lassen sich nicht mal erahnen.

 

So, jetzt mal zur Abwechslung ein hellenistischer Tempel, Garni, zum Angucken.

Dann geht’s aber auch schon weiter zum Kloster Gekhard. Ein heftiges Gewitter mit sintflutartigem  Regen, da kann man doch nur lesen und im Bus faulenzen.

 

Sonnenschein am folgenden Sonntag morgen. Die Souvenirverkäufer sind am Standaufbau und wir schon auf Klosterbesichtigungstour. In der Kirche gibt’s einen Taufgottesdienst, überall  Armenier, die Kerzchen anzünden,

in den verschiedenen Kirchenräumen rumlaufen, mal in den Gottesdienst rein-, dann wieder rausmarschieren. Manche haben Salzpäckchen dabei, die sie segnen lassen. Irgendwo blökt ein Schaf… hinter der Klostermauer stehts… mit roter Schleife und bekommt grad das gesegnete Salz zum Fressen. Das Schaf wird gestreichelt und fotografiert und…… auf dem Opferplatz…..geköpft… im Reiseführer wurde schon erwähnt, dass die armenischen Christen zu besonderen Anlässen Tieropfer darbringen, das sog. Matagh (Opferlamm) und es an jeder Kirche spezielle Opferplätze gibt.

 

 

 

Fahren zurück nach Jerewan und in den Supermarkt, statt Opferlamm gibt’s heute bei uns…. österreichische Bratwurst und Kartoffelsalat. Schmeckt köstlich, wenn man seit 10 Monaten keine Bratwurst mehr zu Gesicht bekommen hat.

 

 

 

Gjumri ist eine kleine Stadt mit alten Häusern

und noch älteren Holztüren, viele uralte Autos, aber sie fahren und fahren und fahren … und manche sind richtige Schmuckstücke.

 

 

 

Unser Sprinti macht komische Geräusche und wir werden zu einer kleinen Werkstatt gelotst.

 

Das Radlager vorne wird nachgestellt und der Spurstangenkopf repariert. Zahlen dürfen wir nichts, dies möchte unbedingt ein armenischer Autohändler übernehmen, der Gebrauchtwagen aus Deutschland importiert. Das Geräusch ist aber immer noch da….da reibt irgendwo Eisen auf Eisen….wir werden wohl doch noch mal zu Mercedes müssen…aber erst in der Türkei. Wir bedanken uns herzlich und begeben uns auf die Weiterfahrt zur georgischen Grenze.

 

Dort muss für die Autoausfuhr nochmal was berappt werden…. nochmal so an die 15 €…mit Quittung, aber wofür??? Erklären kann es keiner, Bearbeitungsgebühr für die Zollformalitäten…?Keiner kann deutsch oder englisch…..riecht schon ein bisserl nach Geldschneiderei….

aber: Armenien ist, wie der Name schon sagt, sooooo arm, da braucht man jeden „Dram“…….

 


2 Gedanken zu „Armenien – das Land der Steine

  1. Hallo ihr Guten!
    Von Zeit zu Zeit bewundere ich eure Reisefortschritte und lese mit großem Vergnügen die Kommentare von Heike. Der KS 692 hat mir persönlich am Besten gefallen, erinnert er mich doch an verschiedene Darstellungen von Handballfinten aus der Vorzeit.
    Gegenwärtig bereite ich mich mit Ursula auf unseren Marathonlauf durch Istanbul vor.(11.11.2012) Wir werden der Stadt zwischen dem 7.11. und 14.11. einen Besuch abstatten. Da könnten wir uns doch treffen? Bis dahin alles Gute! Bernd

  2. Hallo.Ihr Zwei! Schade dass wir uns letzte Woche nicht in Istanbul getroffen haben – aber das war eigentlich klar.
    Ursula und ich haben in Istanbul den Marathon geschafft und hinterher hatte ich fürchterlich Muskelkater in den Beinen, so dass ich die vielen Treppen an den Moscheen nur sehr schwer besteigen konnte. Ursula hats locker weggesteckt. Bis zum Wiedersehen, alles Gute Bernd

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